Vancouver Island Roadtrip in 8 Tagen mit dem Camper

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Dauer:

9–13 Minuten

Ein Roadtrip auf Vancouver Island ist ein unvergessliches Abenteuer. Diese beeindruckende Insel bietet dir atemberaubende Landschaften, von dichten Regenwäldern bis hin zu wunderschönen Küstenlinien. In nur 8 Tagen kannst du einige der schönsten Orte der Insel erkunden und wirst trotzdem das Gefühl haben, dass es noch so viel mehr zu entdecken gibt.

Unsere Tipps und Routenempfehlungen basieren auf einem Roadtrip, den wir im Herbst 2022 mit dem Camper unternommen haben. Vancouver Island ist ein Paradies für Urlaub mit dem Wohnmobil. Es gibt eine Vielzahl von Campingplätzen an wunderbaren Orten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Stellplatz direkt hinter dem Strand in Tofino oder unter 100 Meter hohen Bäumen in der Nähe von Victoria?

Mit einer Größe vergleichbar mit Belgien gibt es auf Vancouver Island viel zu entdecken. Du planst eine Reise auf die Insel an der kanadischen Pazifikküste? Durch unsere Tipps und Routenempfehlungen helfen wir dir dabei, deine Zeit optimal zu nutzen und die Highlights der Insel nicht zu verpassen.

Route im Überblick

Der Roadtrip startet und endet in Nanaimo – dem wichtigsten Fährterminal auf Vancouver Island. Die Route führt zuerst nach Westen zur wilden Pazifikküste rund um Tofino und Ucluelet, dann zurück über Nanaimo nach Süden, um die Region um Victoria zu erkunden.

Eckdaten auf einen Blick:

Gesamt

ca. 700 km

Dauer

8 Tage

Start & Ende

Nanaimo

Beste Zeit

Mai – Oktober

Tagesübersicht

Tag 1

Nanaimo – Tofino (200 km)

Highlights: Fähre, Cathedral Grove, Long Beach

Tag 2

Tofino

Highlights: Pacific Rim NP, Surfer, Wale

Tag 3

Tofino

Highlights: Wild Pacific Trail in Ucluelet

Tag 4

Tofino – Victoria (300 km)

Highlights: Coombs (Ziegen auf dem Dach), Goldstream Park

Tag 5

Victoria

Highlights: Chinatown, Fisherman’s Wharf, Empress Hotel

Tag 6

Victoria – Jordan River (70 km)

Highlights: West Coast Highway, Mystic Beach

Tag 7

Jordan River – Victoria (70 km)

Highlights: Coastal Trail in East Sooke

Tag 8

Victoria – Nanaimo

Highlights: Duncan (Totempfähle)

Hinweis zur Anreise: Die Fähre von Horseshoe Bay (Vancouver) nach Nanaimo dauert rund 2 Stunden. Tickets bei BC Ferries solltest du – besonders in der Hochsaison und mit Camper – frühzeitig buchen. Alternativ fährt die Fähre auch von Tsawwassen nach Nanaimo oder Swartz Bay (nahe Victoria).

Karte der Route

Ein Screenshot von Google Maps, der die Route auf Vancouver Island zeigt.

Anreise nach Vancouver Island

Falls du mit dem Wohnmobil oder dem Camper nach Vancouver Island kommst, gibt es mehrere Möglichkeiten für die Anreise mit der Fähre.

Am populärsten sind die Fährhäfen in der Nähe von Vancouver. Im Norden ist die Fähre von Horseshoe Bay nach Nanaimo. Im Süden von Vancouver fährt die Fähre von Tsawwassen aus nach Swartz Bay, nördlich von Victoria, und Nanaimo. Rechne mit einer Fahrzeit von etwa 2 Stunden.

Besuche die Seite von BC Ferries für aktuelle Informationen zu den Routen und Preisen. Wir empfehlen Tickets im Voraus zu buchen, vor allem wenn dein Fahrzeug keine Standard-Größe hat.

Falls du etwas mehr Abenteuer suchst, kannst du Vancouver Island aus dem Norden ansteuern. Von Prince Rupert braucht die Fähre etwa 1 Tag bis nach Port Hardy im Norden der Insel.

Es gibt auch Fährverbindungen von den USA aus. Täglich fahren Fähren von Seattle, Port Angeles und Anacortes nach Victoria.

Eine Fahrt mit der Fähre gibt dir die Möglichkeit die beeindruckende Landschaft vom Wasser aus zu sehen. Mit etwas Glück wird die Fährfahrt zum Whale-Watching Erlebnis. Die Fähren müssen ihre Geschwindigkeit reduzieren sobald Wale gesichtet werden. Zwar verzögert sich deine Ankunft so um ein paar Minuten, aber dir wird bestimmt nicht langweilig.

Roadtrip in 8 Tagen

Tag 1: Von Nanaimo nach Tofino

Eingang zum Cathedral Grove, einem Wald mit riesigen Bäumen – Foto von ReisenInKanada.com

Unser Abenteuer beginnt in Nanaimo, der zweitgrößten Stadt der Insel. Sie ist unter anderem bekannt für ihre „Nanaimo-Bars„, ein leckerer Schokoladenkuchen.

In Nanaimo gibt es alles. Wer mit dem Camper unterwegs ist, kann sich hier noch einmal mit Proviant versorgen, bevor es in die dünner besiedelten Gegenden geht.

Danach fahren wir über den kurvenreichen Highway 4 in Richtung Tofino.

Auf dem Weg halten wir im Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park, um die gigantischen Douglasien zu bewundern. Es ist der letzte Rest des ursprünglichen Douglasienwaldes, der einst die Insel bedeckte.

Der Parkplatz ist winzig und vor allem in der Hochsaison ist es schwer einen abzubekommen. Es gibt zwei kleine Rundwege, auf denen du die riesigen Nadelbäume bewundern kannst.

Campingplatz in der Nähe von Tofino:

Das beste Preis-Leistungsverhältnis findest du im Pacific Rim Nationalpark. Falls du dort keine Reservierungen bekommen solltest oder du lieber näher an Tofino übernachten möchtest, gibt es auch einige private Campingplätze.

Als wir in Tofino waren, haben wir im Bella Pacifica Campground übernachtet. Dieser Campingplatz bietet Stellplätze direkt am Strand, sodass du dich für den Sonnenuntergang nicht einmal bewegen musst. Tofino ist zwar nahe, aber kann nicht zu Fuß erreicht werden. Duschen sind kostenpflichtig und der Stellplatz kostet deutlich mehr als im Nationalpark. Dafür ist die Lage schön.

Tag 2: Erkunde das kanadische Surferparadies

Spaziergang am Long Beach im Pacific Rim National Park Reserve – Foto von ReisenInKanada.com

Tofino hat den Ruf, die beste Surfregion Kanadas zu sein. Die Kleinstadt an der Westküste der Insel hat die Surfkultur Kaliforniens, aber ohne das Klima! Die Strände sind nicht von Palmen gesäumt, sondern von Regenwäldern. Der Ort ist auch für seine beeindruckenden Winterstürme bekannt und wird von vielen zum Storm Watching besucht.

Von Tofino aus kannst du an verschiedenen Ausflügen teilnehmen, z.B. um Wale oder Bären zu beobachten oder um die umliegenden Inseln wie Hot Spring Cove zu besuchen. Oder du verbringst den Tag damit, die langen Strände der Region zu erkunden und den mutigen Surfern zuzuschauen.

Den Sonnenuntergang in Tofino solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen! Die Sonne taucht direkt in den Pazifik ein und bietet einen magischen Anblick.

Tag 3: Entdecke Ucluelet

Leuchtturm in der Nähe von Ucluelet auf Vancouver Island – Foto von ReisenInKanada.com

Von Tofino aus lohnt sich ein Abstecher in die kleine Gemeinde Ucluelet, ein charmantes Küstendorf.

Am Rand des Ortes entlang führt der Wild Pacific Trail, ein 8 km langer Küstenwanderweg. Er bietet mehrere Aussichtspunkte mit Blick auf die raue Küste. Wir empfehlen diese Wanderung, um so richtig den Pacific Northwest zu erleben. Du spürst die Kraft des Ozeans, wanderst durch Küstenwälder und erhaschst mit etwas Glück einen Blick auf die heimische Tierwelt.

Nach der Wanderung hielten wir zufällig an einem kleinen Imbisswagen namens Jiggers. Das waren wahrscheinlich die besten Fish and Chips, die wir je gegessen haben! Es war unglaublich zart und saftig und wurde mit Fisch aus der Region zubereitet.

Tag 4: Fahrt nach Victoria

Ziegen auf dem Dach des Old country stores in Coombs, Vancouver Island – Foto von ReisenInKanada.com

Von der Westküste von Vancouver Island fahren wir einmal über die halbe Insel nach Victoria, der größten Stadt der Insel, sowie der Hauptstadt von British Columbia.

Die Fahrt nach Victoria führt uns bis Nanaimo wieder den Weg zurück, den wir zuvor befahren haben. Ein lohnenswerter Stopp ist „Goats on the Roof“ in Coombs. Neben Leckereien aus aller Welt triffst du hier auf Ziegen, die auf dem Dach des Old country stores grasen.

Campingplatzempfehlung in der Nähe von Victoria

Ein besonders beeindruckendes Campingplatzerlebnis hatten wir im Goldstream Park etwa 20 Minuten von Victoria entfernt. Die Stellplätze befinden sich unter gigantischen Bäumen, deren Kronen ewig weit weg scheinen und sich sachte im Wind wiegen. Hier fühlst du dich klein, wie eine Ameise.

Tag 5: Victoria

Die Marina von Victoria und im Hintergrund das berühmte Empress Hotel – Foto von ReisenInKanada.com

Victoria ist die Hauptstadt von British Columbia und bietet eine Fülle an Attraktionen. Wandere durch das historische Chinatown, trinke Tee im Empress Hotel oder erkunde den Hafen bei einer Fahrt mit einem Wassertaxi.

Ein guter Ort für ein weiteres Mal Fish & Chips ist der Fisherman’s Wharf. Hier gibt es mehrere Imbisse, die Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten anbieten. Ein perfekter Ort für eine Mittagspause! Das Ganze befindet sich auf Stegen und in schwimmenden Häusern. Generell ist der Ort eine Attraktion für sich mit seinen Hausbooten in verschiedensten Farben.

Tag 6: Folge dem West Coast Highway zum Mystic Beach

Eine Hängebrücke ist Teil des Wanderwegs zum Mystic Beach – Foto von ReisenInKanada.com

Wir verlassen Victoria und fahren den West Coast Highway entlang. Unser Ziel ist der Ausgangspunkt des 42 Kilometer langen Juan de Fuca Marine Trail.

Vom Parkplatz am Anfang des Wanderweges gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist eine 20-minütige Wanderung durch den Wald zum China Beach, einem wilden Strand. Die Wanderung führt steil zum Strand hinunter. Trotzdem kannst du hier auf Surfer treffen.

Der zweite Weg ist Teil des Juan de Fuca Marine Trail, der bis nach Port Renfrew führt. Unterwegs gibt es 6 einfache Campingplätze, wo man sein Zelt aufschlagen kann.

Wir wanderten nur die ersten Kilometer bis zum Mystic Beach und kehrten für die Nacht in den Komfort unseres Campers zurück.

Der Wanderweg führt durch den Regenwald, der mit Farnen, Moos und sehr hohen Bäumen bewachsen ist. Das Highlight ist eine ca. 20 m lange Hängebrücke aus Stahl. Mystic Beach ist ein schmaler Kiesstrand, umgeben von 10 m hohen Klippen, von denen ein kleiner Wasserfall ins Meer stürzt – sehr idyllisch.

Campingplatzempfehlung an der West Coast

Wir verbrachten zwei Nächte an der West Coast und jeweils auf einem anderen Campingplatz.

Als erstes übernachteten wir auf dem Jordan River Campground. Der Campingplatz bietet nur wenige Plätze nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.  Gerade am Wochenende empfiehlt es sich frühzeitig vor Ort zu sein, denn die Mündung des Jordan River ist ein beliebter Surfspot und so sind die wenigen Stellplätze schnell von campenden Surfern belegt. Aufgrund des Publikums, einer der coolsten Campingplätze, auf dem wir je übernachtet haben! 

Ein weiterer schöner Campingplatz ist der French Beach Park. Die Stellplätze sind groß und von großen Bäumen umgeben. Außerdem gibt es am Ende des Campingplatzes einen kilometerlangen Kiesstrand, an dem wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt haben und wo man gut Meerestiere beobachten kann. Es gibt 69 Stellplätze, die man reservieren kann. Wir sind Ende Oktober ohne Reservierung angekommen und hatten keine Probleme. 

Tag 7: Wanderung im East Sooke Regional Park

Ein Wal taucht auf vor der Küste von East Sooke – Foto von ReisenInKanada.com

Auf dem Rückweg solltest du einen längeren Stopp im East Sooke Regional Park planen. Der Park liegt auf einer Halbinsel nur wenige Kilometer von Victoria entfernt.

Wir wanderten einen Teil des Coastal Trail, der 10 Kilometer entlang der Küste führt. Dieser Pfad ist bekannt für die Beobachtung von Meeressäugern. An einer besonders windigen Stelle sahen wir eine Gruppe Seelöwen, die in einer kleinen Bucht ein Nickerchen machten. Wir hatten auch das Glück, ein paar Walflossen und -rücken zu sehen. Diese Wanderung lohnt sich auf jeden Fall!

Campingplatzempfehlung

Am letzten Abend empfiehlt sich noch eine Nacht im Goldstream Park, einfach weil er so beeindruckend ist. Außerdem liegt der Provinzpark auf dem Weg in Richtung Nanaimo.

Tag 8: Rückfahrt nach Nanaimo mit Halt in Duncan

Totempfähle in Duncan auf Vancouver Island – Foto von ReisenInKanada.com

Am letzten Tag geht es zurück nach Nanaimo. Auf der Rückfahrt empfehlen wir einen Zwischenstopp in der Stadt Duncan.

Duncan bietet beeindruckende Totempfähle von verschieden Künstlern. Insgesamt gibt es 80 davon. Im Besucherzentrum der Stadt gibt es Material dazu, sowie eine Karte zu einem selbstgeführten Stadtrundgang.

Der Besuch in Duncan war der perfekte Abschluss unserer Reise, bevor wir schließlich die Fähre zurück nach Vancouver nahmen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche sind die Must-See Sehenswürdigkeiten auf Vancouver Island?

Vancouver Island hat viele Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest. Zu den Highlights zählen Victoria mit seinen hübschen Gärten und historischen Gebäuden. In Tofino kannst du fantastische Strände und die Küstenlandschaft von Pacific Northwest erleben. Diese Orte bieten unglaubliche Ausblicke und Erlebnisse, die unvergesslich sind.

Mehr dazu findest du in folgendem Artikel:

10 Vancouver Island Sehenswürdigkeiten für deine Reise

Welche Aktivitäten und Erlebnisse sollte man auf einer Rundreise durch Vancouver Island nicht verpassen?

Unsere Rundreise wäre nicht komplett ohne ein Abenteuer im Pacific Rim National Park. Hier kannst du wandern oder einfach die Sandstrände genießen. Im Sommer eignen sich Walbeobachtungen perfekt für Tierliebhaber. Es lohnt sich auch, ein Regenjacke mitzubringen, falls es zwischendurch regnet.

Wann ist die beste Reisezeit für Vancouver Island?

Die beste Zeit für einen Besuch ist in den Sommermonaten von Juni bis August. Dann ist das Wetter mild und angenehm. Auch die Nebensaison im Frühling und Herbst bietet sich für eine Reise an, da es weniger Touristen gibt und du die Natur in Ruhe genießen kannst.

Mehr dazu findest du in folgendem Artikel:

Beste Zeit für einen Besuch auf Vancouver Island

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Patrick

Seit seiner ersten Reise nach Kanada im Februar 2017 ist Patrick in dieses Land verliebt. Ein Jahr später folgte dann der Umzug nach Montreal. 2022 durchquerte er das erste Mal Kanada mit seinem Sprinter-Van. Inzwischen hat er alle 10 Provinzen bereist. Seine Highlights: die Nationalparks Gros-Morne und Grasslands, sowie der Icefields Parkway in den Rocky Mountains. Von seiner neuen Heimat in Québec City nimmt er jede Gelegenheit war, um Zeit in der Natur Kanadas zu verbringen.

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